Die Sinn-Bilanz ist ein praktisches Instrument und intelligentes Werkzeug zur Bewusstmachung von Verwirklichungsgraden differenzierter, wert- und sinnvoller Lebensfelder und zur konsequenten Ableitung von daraus resultierenden Handlungsstrategien.

Der Begriff und das Konzept der Sinn-Bilanz wurde von dem Motivationspsychologen, Arbeitssoziologen, Logotherapeuten und Vordenker der Sinnorientierten Führung Walter Böckmann in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt (vgl. W. Böckmann: Sinn-orientierte Leistungsmotivation; Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten sowie: Sinn-orientierte Führung als Kunst der Motivation). Der aus der Wirtschaftswelt übernommene Begriff der Bilanz (vom lat. bilanx = Doppelwaage) macht bereits deutlich, dass es bei der Sinn-Bilanz um die Bilanzierung von Sinnzusammenhängen bzw. bedeutsamen Lebensfeldern und Lebenswerten geht.

Die Idee der Sinn-Bilanz ist zwar ganz generell als eine sinnorientierte Lebens-Bilanz zu verstehen, Walter Böckmann hat seine Konzeption der Sinn-Bilanz jedoch vor allem auf die Arbeitswelt bezogen und primär eine „Sinn-Bilanz am Arbeitsplatz“ ausgearbeitet und publiziert. So sieht Böckmann die wahre „Leistungsbilanz als Sinn-Bilanz der Arbeit“.

Will man sich jedoch einen Überblick über die Leistungsbereitschaft – und das bedeutet sinn-theoretisch über die Verwirklichung von Lebenswerten am Arbeitsplatz – verschaffen, dann bietet sich dazu die Aufstellung individueller Sinn-Bilanzen an.“ (W. Böckmann: Sinn-orientierte Führung als Kunst der Motivation). Vor dem Hintergrund der sinn- und wert-theoretischen Arbeiten von Viktor Frankl und Max Scheler übernimmt Böckmann deren zentrale Wert-Kategorien (Schöpferische Werte, Erlebniswerte und Einstellungswerte) und erweitert diese noch um materielle Bedingungen und psychophysische Aspekte und erhält somit die wesentlichen Konten für seine Sinn-Bilanz.

Zur Datenerhebung für die Erstellung der Sinn-Bilanz hat Walter Böckmann, nicht zuletzt durch seine langjährige Beschäftigung mit den Methoden der empirischen Sozialforschung, den sogenannten S.E.E.-Test, den Sinn-Einschätzungs- und Sinn-Erwartungs-Test) entwickelt: „Sinn-Bilanzen am Arbeitsplatz (im Gegensatz zu Sinn-Bilanzen der allgemeinen Lebenssituation) beruhen auf Einschätzungen der konkreten Arbeitsbedingungen in der Gegenüberstellung zu angestrebten beziehungsweise erwarteten Arbeitsbedingungen.“ (W. Böckmann: Sinn-orientierte Führung als Kunst der Motivation). Diese Gegenüberstellung trägt nicht nur der Bilanzierungsidee Rechnung, sondern erschließt auch die methodisch-praktischen Potenziale der Steuerungslehre und (Management-)Kybernetik. Der Sinn-Einschätzung (Ist-Wert) wird die Sinn-Erwartung (Soll-Wert) gegenübergestellt. Analog zur Kybernetik (vom griechischen kybernētikē téchnē = Steuermannskunst) und Regelungstechnik stellt der Soll-Wert dann die Führungsgröße für den Steuerungsprozess (= Führungs- und Managementprozess) dar. Die Böckmannsche Sinn-Bilanz hat also nicht nur einen gegenwartsanalytischen und dokumentierenden, sondern auch einen zukunftsgerichteten und prospektiven Charakter, aus der sich – auf der Basis einer realistischen Situationseinschätzung – sehr klar evtl. nötiger Handlungsbedarf (das Delta im Soll-Ist-Vergleich) erkennen lässt.

Der axiologisch fundierte Kontenrahmen der Böckmannschen Sinn-Bilanz eröffnet – in Verbindung mit intuitions-orientierten Kreativitätstechniken und prospektiven Bewusstseinstechniken als Potenzialentfaltungswerkzeug und (Selbst-)Führungsinstrument – gangbare Entwicklungswege für Individuen und soziale Systeme. Gerade die Böckmannsche Sinn-Bilanz der Arbeit ist ein zukunftsweisendes Instrument zur ganzheitlichen Personal- und Führungskräfteentwicklung und kann in ihrer Weiterentwicklung zur Kollektiven Sinn-Bilanz (Unternehmens-Sinn-Bilanz) auch zur Analyse und Bilanzierung motivationaler Strukturen von Organisationen und kollektiv geteilter Werte (im besonderen im Bereich der CI-Entwicklung) gewinnbringend eingesetzt werden.

Die Sinn-Bilanz ist ein intelligentes und praxiserprobtes Instrument für das integrale Wachstum von Menschen, Organisationen und Unternehmen und ein wertvolles Hilfsmittel zur Sinnorientierten Führung.


=> Literatur von Dr. Walter Böckmann

=> Vortrag zur Sinn-Bilanz von Andreas Mascha beim Netzwerk-Gemeinsinn



Das ISF bietet auch Einführungen und Workshops zur optimalen Nutzung dieses Werkzeugs an
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Geschäftsführer: Andreas Mascha
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